ChatGPT Pro wird teurer, Windows baut KI-Zentrale
Diese Woche ging es weniger um neue Modelle als um die Frage, was du für dein Geld bekommst. Microsoft und OpenAI verändern beide, wie ihre Werkzeuge in deinem Arbeitsalltag erscheinen – mit direkten Folgen für Budget und Compliance. Hier die drei Punkte, die ich mir notiert habe.
OpenAI halbiert Leistung im 200-Dollar-Abo – Preis bleibt gleich
OpenAI öffnet sein ChatGPT-Pro-Abo für 200 Dollar wieder für Neukunden, kürzt aber ab dem 30. Oktober 2026 das enthaltene Nutzungsvolumen für ChatGPT Work und Codex von der 20-fachen auf die 10-fache Plus-Menge. Auch das wöchentliche Nachrichtenlimit für das Spitzenmodell GPT-6 Pro sinkt von 200 auf 100 Nachrichten. Bestandskunden behalten ihr bisheriges Kontingent bis Ende Oktober und erhalten danach einmalig Nutzungsguthaben im Gegenwert von 2.500 Dollar als Ausgleich. Parallel führt OpenAI einen neuen 500-Dollar-Tarif mit höherem Kontingent ein.
Wenn dein Unternehmen ChatGPT Pro für Mitarbeitende im Einsatz hat, lohnt sich jetzt ein Blick auf den tatsächlichen Verbrauch – sonst reicht das bisherige Abo ab Ende Oktober spürbar weniger weit.
Microsoft macht Copilot-Inhalte rechtlich greifbar – und damit auch prüfpflichtig
Microsoft rollt im Oktober 2026 eine Neuerung für Purview aus, mit der Copilot Pages, Copilot Notebooks und Loop-Workspaces erstmals durchsuchbar, auf rechtlichen Hold setzbar und exportierbar werden. Ab Mitte Oktober taucht der zugehörige Datencontainer eines Nutzers im Quellen-Picker auf, sobald er zu einem Fall, einer Suche oder einem Hold hinzugefügt wird. Diese Inhalte galten bisher als blinder Fleck in der E-Discovery.
Wer Copilot im Unternehmen einsetzt, muss jetzt gezielt prüfen, ob die eigenen Aufbewahrungsrichtlinien diese neuen Inhaltstypen erfassen – sonst entsteht genau die Rechtsunsicherheit, die der neue Datenschutzbeauftragte als Erstes bemängeln wird.
Windows 11: Die Taskleisten-Suche wird zur KI-Steuerzentrale
Microsoft hat am 7. Oktober 2026 auf dem Windows-and-Surface-Event in San Francisco eine umfassende Überarbeitung der Windows-11-Suche vorgestellt. Der separate Button für Copilot-Abfragen in der Taskleiste wurde im Zuge dessen vorerst deaktiviert – die Suche selbst übernimmt künftig die KI-gestützten Funktionen. Es handelt sich um die zweite Phase einer Neuausrichtung, die der Konzern bereits im Juli 2026 begonnen hatte.
Wenn deine IT-Abteilung Windows-11-Rollouts plant, verändert sich gerade ein zentraler Bedienpfad, den Mitarbeitende täglich nutzen – das lohnt eine kurze interne Ankündigung, bevor Rückfragen kommen.
n8n – Automatisierung ohne Daten nach draußen zu geben
n8n ist eine Open-Source-Plattform, mit der du E-Mails, CRM, ERP und andere Systeme per Workflow verbinden kannst, ohne Code schreiben zu müssen. Der Clou für Unternehmen mit Datenschutzbedenken: Du kannst n8n selbst auf einem eigenen Server betreiben, sodass keine Geschäftsdaten an Dritte gehen. Ein typischer Einstieg ist die Rechnungsklassifikation oder die automatische Weiterleitung von Kundenanfragen. Selbst gehostet ist es kostenlos, die Cloud-Variante startet im niedrigen zweistelligen Euro-Bereich pro Monat. Zum Ausprobieren reicht ein Nachmittag und ein Testprozess, der aktuell noch manuell läuft.
Nächste Woche schauen wir, was aus der angekündigten Pro-500-Preisstruktur tatsächlich wird. Bis dahin: Ruhig prüfen, was sich bei den Abos ändert, bevor die Rechnung es tut.
Quellen
Dieser Beitrag erschien zuerst im Plantrixx-Briefing. Eine Woche früher lesen.