EU-KI-Frist rückt näher, Microsoft wird teurer, GPT-5.6 startet
Der Sommer bringt keine Verschnaufpause: Am 2. August greifen die ersten scharfen Pflichten der EU-KI-Verordnung, Microsoft hat zum 1. Juli seine Preise angehoben, und OpenAI schickt sein nächstes Flaggschiff-Modell breiter ins Rennen. Hier die drei Entwicklungen der letzten Woche, die für dein Geschäft zählen.
EU-KI-Verordnung: Der 2. August wird ernst
Ab dem 2. August 2026 greift Artikel 50 des EU AI Acts: Jeder KI-generierte oder synthetische Inhalt muss maschinenlesbar gekennzeichnet werden, und Mitarbeitende müssen ausreichende KI-Kompetenz nachweisen können. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 35 Millionen Euro oder sieben Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Der sogenannte Digital Omnibus hat die Fristen im Juli teilweise entschärft: Pflichten für eigenständige Hochrisiko-KI-Systeme verschieben sich auf Dezember 2027, für KI in Produkten gilt eine Übergangsfrist bis August 2028. Betroffen sind vor allem Hochrisiko-Anwendungen etwa in der Personalauswahl oder Bonitätsprüfung.
Wer im Kundenservice, Marketing oder in der Textproduktion KI einsetzt, braucht ab August eine Kennzeichnung und einen Nachweis, dass die Belegschaft geschult ist – das lässt sich nicht am 1. August nachholen.
Microsoft 365 wird teurer, Copilot bleibt beim alten Preis
Seit dem 1. Juli 2026 gelten neue Listenpreise für mehrere Microsoft-365-Basispläne, teilweise steigen sie um bis zu 33 Prozent. Business Basic klettert von 6 auf 7 Euro pro Nutzer, Business Standard von 12,50 auf 14 Euro. Das eigenständige Copilot-Add-on bleibt davon unberührt und kostet weiterhin rund 30 US-Dollar pro Nutzer und Monat. Bestehende Jahresverträge laufen zu den alten Konditionen bis zur nächsten Vertragsverlängerung weiter.
Wer Verträge bald verlängert, sollte jetzt die eigene Lizenz-Landschaft prüfen und klären, ob ein Bundle mit Copilot günstiger ist als Einzelbuchung, bevor die Verlängerung automatisch zu den neuen Preisen greift.
OpenAI rollt GPT-5.6 breiter aus – mit eingebauter Sicherheitsschicht
OpenAI hat sein neues Modell GPT-5.6 in drei Leistungsklassen (Sol, Terra, Luna) ab dem 9. Juli 2026 international in die öffentliche Preview gebracht. Die neuen Modelle zeigen laut OpenAI Fortschritte bei Code-Analyse und Schwachstellenforschung. Um Missbrauch zu verhindern, hat das Unternehmen ein mehrschichtiges Sicherheitssystem eingebaut, das legitime Arbeiten wie Code-Reviews unterstützt, gezielte Cyberangriffe aber blockieren soll. In internen Tests konnte das Modell Schwachstellen in Browsern wie Firefox identifizieren, aber keine funktionstüchtigen Exploits daraus bauen.
Wenn dein Unternehmen KI in der Softwareentwicklung oder für Code-Reviews einsetzt, wird die neue Modellgeneration leistungsfähiger – Ergebnisse gehören aber weiterhin von einem Menschen geprüft, bevor sie in Produktion gehen.
EU AI Act Compliance Checker
Ein kostenloses Online-Formular des offiziellen EU-AI-Act-Service-Desks, mit dem du in etwa 10 bis 15 Minuten grob einschätzt, welche Pflichten für deine KI-Anwendungen gelten – Anbieter, Betreiber, Risikoklasse. Du beantwortest Fragen zu deinem konkreten Einsatz von KI, etwa Chatbots, Texterstellung oder Bewerberauswahl, und erhältst eine erste Einordnung nach der Verordnung. Das ersetzt keine Rechtsberatung, gibt dir aber vor dem 2. August einen ehrlichen ersten Überblick, wo Handlungsbedarf besteht. Zu finden unter ai-act-service-desk.ec.europa.eu. Kostet nichts, keine Anmeldung nötig.
Nächste Woche schauen wir wieder genau hin, was sich bei Regulierung, Modellen und Preisen tut. Bis dahin: einen guten Start in die Woche.
Quellen
Dieser Beitrag erschien zuerst im Plantrixx-Briefing. Eine Woche früher lesen.