EU-KI-Pflichten, Agenten-Ernüchterung, Gratis-Tool in Office
Diese Woche geht es weniger um neue Modell-Rekorde als um das, was jetzt wirklich am Schreibtisch ankommt: eine Frist, eine Ernüchterung und ein Gratis-Werkzeug. Drei Meldungen, die ich für dich eingeordnet habe.
EU konkretisiert Kennzeichnungspflicht kurz vor der Frist
Ab dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten aus Artikel 50 der KI-Verordnung verbindlich. Am 20. Juli 2026 hat die Europäische Kommission dazu neue Leitlinien veröffentlicht, die den Anwendungsbereich und die praktische Umsetzung der Kennzeichnungs- und Informationspflichten konkretisieren. Wer KI-generierte Inhalte oder Chatbots einsetzt, muss dies künftig transparent machen. Verstöße können mit Geldbußen bis zu 15 Millionen Euro oder bis zu 3 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes geahndet werden, wobei für KMU Erleichterungen gelten.
Die Frist ist in einer Woche da. Wer Chatbots, KI-Texte oder synthetische Inhalte im Kundenkontakt einsetzt, sollte jetzt prüfen, ob eine Kennzeichnung fehlt.
KI-Agenten boomen am Markt – aber selten im Betrieb
AMD, HubSpot und OpenAI haben in dieser Woche neue Plattformen für autonome KI-Agenten vorgestellt. Eine parallel veröffentlichte Studie zeigt jedoch deutliche Umsetzungshürden: Laut der VentureBeat-Pulse-Studie haben 71 Prozent der Unternehmen höchstens 25 Prozent der benötigten mehrstufigen Agenten erfolgreich implementiert. 40 Prozent der Organisationen setzen dabei auf Anthropic Claude als primäre Plattform, während 27 Prozent keine Echtzeit-Kostenkontrolle für ihren KI-Betrieb haben.
Der Agenten-Hype auf Konferenzen und die Realität in Unternehmen klaffen auseinander. Bevor du in autonome Agenten investierst, lohnt sich ein Blick auf Kostenkontrolle und realistische Umsetzungszeiträume.
xAI bringt kostenloses KI-Add-in für Office
Am 20. Juli 2026 hat xAI ein kostenloses Grok-Add-in für Excel, Word und PowerPoint vorgestellt. Das Tool ist über den Microsoft Marketplace verfügbar und erlaubt konversationelle Datenabfragen sowie automatische Formelgenerierung direkt in den gewohnten Office-Anwendungen. Es lässt sich zudem mit externen Quellen wie SharePoint und Google Drive verbinden.
Ein Gratis-Zusatz in vertrauter Office-Umgebung senkt die Einstiegshürde für KI-gestützte Auswertungen spürbar, gerade wenn ein teureres Copilot-Upgrade noch nicht ansteht.
n8n: Workflows selbst zusammenklicken, bevor man sie kauft
n8n ist eine Open-Source-Plattform, mit der du Systeme wie E-Mail, CRM, PDF-Verarbeitung oder Rechnungswesen ohne Programmierkenntnisse zu Automatisierungen verbindest. Die selbst gehostete Community-Version ist dauerhaft kostenlos nutzbar, mit unbegrenzten Workflows und Ausführungen, du zahlst nur für einen kleinen Server, oft ab wenigen Euro im Monat. Wer sich das Hosting sparen will, nutzt die Cloud-Version ab rund 20 Euro monatlich. Ein guter Einstieg ist ein einzelner, klar abgegrenzter Prozess, etwa das automatische Einsortieren eingehender Rechnungen in ein Ablagesystem. So lässt sich in wenigen Stunden ausprobieren, ob Automatisierung im eigenen Betrieb greift, bevor größere Entscheidungen anstehen.
Nächste Woche schauen wir, wie die Transparenzpflicht in der Praxis ankommt. Bis dahin: einen guten Wochenstart.
Quellen
Dieser Beitrag erschien zuerst im Plantrixx-Briefing. Eine Woche früher lesen.