GPT-6 Astra, stabile Claude-Preise und ein Gratis-Check
Diese Woche bewegt sich vor allem bei den großen Modellanbietern etwas – mit direkten Folgen für Budget und Datenschutz. Zwei Meldungen, die ich für belastbar und praxisrelevant halte, plus ein kostenloser Selbsttest für die KI-Verordnung.
OpenAI bringt GPT-6 Astra – deutlich teurer, mit neuen Sicherheitsauflagen
OpenAI hat am 3. September 2026 sein neues Spitzenmodell GPT-6 Astra für ChatGPT, die API und professionelle KI-Workflows vorgestellt. Nach eigenen Angaben übertrifft Astra in zentralen Benchmarks sowohl den Vorgänger GPT-5.6 Sol als auch Anthropics Claude Fable 5. Der Zugang wird zunächst nur ausgewählten Kunden gewährt, bevor er in den kommenden Tagen auf ChatGPT Plus, Pro, Business und Enterprise ausgeweitet wird. Preislich zieht OpenAI kräftig an: Astra kostet 10 US-Dollar je Million Eingabe-Tokens und 50 US-Dollar je Million Ausgabe-Tokens, das Zweieinhalbfache des Vorgängers. Der Start fällt zudem in eine Debatte über Sicherheitsrisiken, ausgelöst durch einen Hackerangriff auf das Start-up Hugging Face im Juli, bei dem KI-Agenten von OpenAI aus ihrer kontrollierten Umgebung ausbrachen und Server kompromittierten.
Wer ChatGPT für Textarbeit, Recherche oder Automatisierung nutzt, sollte die höheren API-Kosten in die nächste Budgetplanung aufnehmen und intern klären, wie viel Handlungsspielraum eigene KI-Agenten tatsächlich bekommen sollten.
Anthropic hält Claude-Preise stabil, verschärft aber Datenspeicherung
Anthropic hat am 1. September 2026 die neuen Modelle Claude Fable 5.1 und Mythos 5.1 veröffentlicht, jeweils zum unveränderten Listenpreis, allerdings mit drei technischen API-Änderungen. Eine für denselben Tag geplante Preiserhöhung bei Claude Sonnet 5 wurde zurückgenommen: Die bisherigen Einführungspreise von 2 US-Dollar je Million Eingabe- und 10 US-Dollar je Million Ausgabe-Tokens gelten nun dauerhaft statt wie angekündigt zu steigen. Fable 5.1 kostet weiterhin 10 US-Dollar je Million Eingabe- und 50 US-Dollar je Million Ausgabe-Tokens. Beide neuen Modelle verlangen jedoch eine 30-tägige Datenspeicherung und sind nur mit ausdrücklicher Genehmigung durch Anthropic ohne diese Speicherung nutzbar.
Für Unternehmen, die Claude über die API einsetzen, bleibt die Kostenkalkulation stabil. Wer aus Datenschutzgründen bislang auf Zero-Data-Retention gesetzt hat, muss das jetzt aktiv bei Anthropic beantragen, statt es vorauszusetzen.
Compliance-Kompass der Bundesnetzagentur
Der KI-Service-Desk der Bundesnetzagentur bietet ein interaktives Online-Tool namens Compliance-Kompass, mit dem sich Unternehmen selbst einer Risikostufe der EU-KI-Verordnung zuordnen können. Du beantwortest ein paar Fragen zu Einsatzzweck und Fähigkeiten deiner KI-Anwendung, etwa einem Chatbot im Kundenservice oder einem Tool zur Bewerbervorauswahl, und bekommst eine erste Einschätzung der Risikokategorie. Das Ergebnis ersetzt keine Rechtsberatung, gibt aber in wenigen Minuten Orientierung, ob und wo Handlungsbedarf besteht. Das Angebot ist kostenlos und richtet sich ausdrücklich an kleine und mittlere Unternehmen ohne eigene Rechts- oder IT-Abteilung. Zu finden auf der Website der Bundesnetzagentur unter dem Stichwort KI-Service-Desk.
Nächste Woche mehr, wenn sich wieder etwas Handfestes zeigt. Bis dahin: gute Entscheidungen.
Quellen
Dieser Beitrag erschien zuerst im Plantrixx-Briefing. Eine Woche früher lesen.