KI-Agent erstellen: Drei Wege für Unternehmen – und welcher zu dir passt
Das Suchinteresse an „KI-Agent“ hat sich in Deutschland innerhalb eines Jahres fast verdreifacht. Dahinter steht eine einfache Idee: Eine KI soll nicht nur antworten, sondern erledigen. Sie liest eine E-Mail, prüft den Kalender, legt einen Termin an und schickt die Bestätigung – ohne dass jemand jeden Schritt anstößt.
Was ist ein KI-Agent – und was unterscheidet ihn vom Chatbot?
Ein Chatbot beantwortet Fragen. Ein KI-Agent verfolgt ein Ziel und benutzt dafür Werkzeuge: Er kann in Systeme schauen, Daten eintragen, Dokumente erstellen und entscheiden, welcher Schritt als Nächstes kommt. Der Unterschied ist derselbe wie zwischen einer Auskunft am Empfang und einem Mitarbeiter, der den Vorgang bearbeitet.
Drei Wege, einen KI-Agenten zu erstellen
- Baukasten im KI-Abo: In ChatGPT, Microsoft Copilot oder Gemini lassen sich eigene Assistenten mit Anweisungen und Dokumenten einrichten. Gut für Wissensfragen im Team, ohne Programmierung. Grenzen: Zugriff auf deine Systeme ist begrenzt, und Daten liegen beim Anbieter.
- Automatisierungs-Werkzeuge: Mit Make, Zapier oder n8n verbindest du KI-Modelle mit E-Mail, Kalender, CRM und Tabellen. Gut für klar beschreibbare Abläufe. Grenzen: Wird der Ablauf komplex, wird das Geflecht schwer zu warten.
- Eigene Entwicklung: Der Agent wird als Software gebaut, mit festen Regeln, Protokoll und Anbindung an deine Systeme. Richtig, wenn Fehler teuer sind, Datenschutz zählt oder der Agent Teil eines Kernprozesses wird.
In fünf Schritten zum ersten Agenten
- Eine Aufgabe wählen, die oft vorkommt und klare Regeln hat – zum Beispiel Anfragen sortieren oder Termine vereinbaren.
- Den Ablauf aufschreiben, wie ein guter Mitarbeiter ihn heute erledigt: Welche Informationen braucht er, wo schaut er nach, was entscheidet er?
- Festlegen, was der Agent darf und was nicht: lesen, vorschlagen, selbst ausführen – und wann ein Mensch übernimmt.
- Mit echten Fällen testen, bevor er live geht. Zehn reale Beispiele sagen mehr als jede Demo.
- Messen: Wie viele Vorgänge erledigt er, wie viele gibt er ab, wie viel Zeit spart das im Monat?
Ein guter erster Agent erledigt eine Aufgabe zuverlässig – nicht zehn Aufgaben ein bisschen.
Drei Beispiele aus unseren Projekten
- Telefon: Für Ave Businesshygiene nimmt ein KI-Assistent rund zehn Anrufe am Tag an, unterscheidet Kunden und Mitarbeiter an der Rufnummer und bucht Termine direkt in den Kalender.
- Ausschreibungen: Für einen Gebäudedienstleister liest ein Agent Vergabeunterlagen, zieht Fristen heraus und prüft jedes Eignungskriterium mit Fundstelle gegen das Firmenprofil.
- Vertrieb: Unser eigenes Produkt Leadflow findet passende Unternehmen, recherchiert sie und schreibt sie persönlich an.
Was kostet ein KI-Agent?
Ein Baukasten-Assistent kostet dich vor allem Zeit und das KI-Abo. Eine eingerichtete Automatisierung beginnt bei Plantrixx ab 290 € im Monat, ein individuell gebauter Agent ab 1.500 € zum Festpreis – vorher rechnen wir aus, wie viele Stunden er spart. Rechnet es sich nicht, sagen wir das.
Wann du dir Hilfe holen solltest
Wenn der Agent mit Kundendaten arbeitet, in mehrere Systeme schreibt oder Entscheidungen trifft, die Geld kosten können. Dann zählen Protokollierung, Datenschutz und ein sauberer Übergabepunkt an Menschen – und genau das ist der Teil, der in Baukästen fehlt.