Offenes KI-Modell aus Deutschland, teurere ChatGPT-Pläne
Der Oktober beginnt mit einer Reihe praktischer Fragen: Wo laufen meine Daten eigentlich, was kostet die KI-Nutzung im nächsten Quartal, und was prüfen die Aufsichtsbehörden gerade besonders genau? Hier die drei Entwicklungen der letzten Woche, die dafür wirklich relevant sind.
Deutsches Sprachmodell für den eigenen Server
Aleph Alpha hat am 3. Oktober ein neues Sprachmodell namens Kolibri veröffentlicht, gebaut in Deutschland mit 78 Milliarden Parametern. Die Modellgewichte stehen unter einer offenen Lizenz (Apache 2.0) und laufen auf eigener Hardware, nicht in einer fremden Cloud. Damit wird der Betrieb eines leistungsfähigen Sprachmodells im eigenen Rechenzentrum technisch machbar. Einschränkend bleiben allerdings Lizenzdetails, die Herkunft der Trainingsdaten und der geplante Zusammenschluss von Aleph Alpha mit Cohere.
Für Unternehmen mit sensiblen Daten - etwa in Industrie, Gesundheitswesen oder öffentlicher Verwaltung - eröffnet das eine Alternative zu US-Cloud-Diensten, ohne auf ein leistungsfähiges Modell verzichten zu müssen.
OpenAI verteuert ChatGPT Pro durch die Hintertür
OpenAI hat seinen 200-Dollar-Plan ChatGPT Pro neu aufgelegt. Wer sich jetzt anmeldet, bekommt nur noch rund die Hälfte der bisherigen Nutzung für denselben Preis. Parallel führt OpenAI eine neue Stufe namens Pro 500 für 500 Dollar im Monat ein. Bestehende Pro-200-Kunden behalten ihr altes Kontingent noch bis Ende Oktober.
Wer ChatGPT Pro im Team einsetzt, sollte vor der Umstellung prüfen, wie viel Nutzung pro Mitarbeiter tatsächlich gebraucht wird - sonst steigen die Kosten pro Kopf deutlich.
DSGVO-Bußgeld: Unsichere Aktenlagerung kostet 645.000 Euro
Die Datenschutzaufsichtsbehörden haben im September 2026 mehrere hohe Bußgelder verhängt, dokumentiert in der aktuellen Übersicht für den Monat. Einer der Fälle zeigt, dass eine ordnungsgemäße Datenverwaltung auch die sichere Lagerung und rechtzeitige Vernichtung von Papierakten umfasst - hier ging es um unsicher gelagerte Patientenakten, das Bußgeld betrug 645.000 Euro.
Der Fall erinnert daran, dass Datenschutzrisiken nicht nur in der Cloud oder bei KI-Tools lauern, sondern oft in ganz analogen Prozessen wie Aktenlagerung und Löschfristen.
LM Studio: offene Modelle selbst testen
LM Studio ist eine kostenlose Desktop-Anwendung für Windows, macOS und Linux, mit der du offene KI-Modelle wie Kolibri oder vergleichbare Alternativen direkt auf deinem eigenen Rechner laufen lässt - ganz ohne Cloud-Zugang und ohne Abo. Du lädst die App herunter, wählst ein Modell aus der integrierten Bibliothek und chattest offline damit. So lässt sich in einer Stunde ausprobieren, ob ein lokales Modell für interne Dokumente oder sensible Daten überhaupt taugt, bevor irgendeine Kaufentscheidung ansteht. Für kleinere Modelle reichen 16 GB Arbeitsspeicher, die Nutzung selbst kostet nichts. Ersetzt keine Beratung zur echten Integration ins System, zeigt aber ehrlich, wie sich ein offenes Modell in der Praxis anfühlt.
Nächste Woche wieder an dieser Stelle - mit dem, was sich tatsächlich geändert hat, nicht mit dem, was sich ändern könnte.
Quellen
Dieser Beitrag erschien zuerst im Plantrixx-Briefing. Eine Woche früher lesen.